groß und klein ist relativ


Scale of the Universe

 


 

Gebet für das Alter

von Theresa von Ávila (1515 – 1582, spanische Ordensschwester)

 

"Oh Herr, du weißt besser als ich, dass ich von Tag zu Tag älter und eines Tages alt sein werde.

Bewahre mich vor der Einbildung, bei jeder Gelegenheit und zu jedem Thema etwas sagen zu müssen.
Erlöse mich von der großen Leidenschaft, die Angelegenheiten anderer ordnen zu wollen.

Lehre mich, nachdenklich (aber nicht grüblerisch) und hilfreich (aber nicht diktatorisch) zu sein. Bei meiner ungeheuren Ansammlung von Weisheit erscheint es mir ja schade, sie nicht weiterzugeben – aber du verstehst, oh Herr, dass ich mir ein paar Freunde erhalten möchte.
Bewahre mich vor der Aufzählung endloser Einzelheiten und verleihe mir Schwingen, zum Wesentlichen zu gelangen.


Lehre mich Schweigen über meine Krankheiten und Beschwerden. Sie nehmen zu – und die Lust, sie zu beschreiben, wächst von Jahr zu Jahr. Ich wage nicht, die Gabe zu erflehen, mir Krankheitsschilderungen anderer mit Freude anzuhören, aber lehre mich, sie geduldig zu ertragen.


Erhalte mich so liebenswert wie möglich. Ich möchte keine Heilige sein – mit ihnen lebt es sich so schwer -, aber ein alter Griesgram ist das Krönungswerk des Teufels.


Lehre mich, an anderen Menschen unerwartete Talente zu entdecken und verleihe mir, oh Herr, die schöne Gabe, sie auch zu erwähnen.
Lehre mich die wunderbare Weisheit, dass ich mich irren kann."

 

 


Meine folgenden Gedanken wurden durch einen Blogeintrag angeregt, in dem es grob gesagt in einer fiktiven Geschichte darum geht, dass die digitalen Bücher (E-Books) die aus Papier gebundenen, gedruckten Bücher in naher Zukunft ablösen werden.

 

Was sind gedruckte Bücher für mich?
In der Kindheit gehörte der monatliche Gang zur Bibliothek zu unserem Lebensrhythmus. Wir, die ganze Familie, schleppten unsere Neuentdeckungen in vollen Dederon-Beuteln nach Hause, packten sie aus und schnell nahmen uns die Worte und Bilder (meistens) gefangen.


Die Lust am geschriebenen Wort kühlte in meiner Pubertät merklich ab und entflammte erst wieder während der Studienzeit.
Wir hatten am Institut eine eigene, wenig genutzte Bibliothek in der ich mich gern lange und oft aufhielt, anregende Gespräche führte und den einen oder anderen Buchtipp erhielt.

 

Einige Jahre nach der Wende übernahm ich die ehrenamtliche Aufgabe, mich um eine ca. 1200 Bücher umfassende Bibliothek in einem Frauenzentrum zu kümmern. Ich erstellte einen digitalen Katalog aller Bücher u.a. mit kurzer Inhaltsangabe oder Klappentextauszügen, ISB-Nummern und Verlagsangabe und sortierte diese zum Schluss in die verschiedensten Kategorien. Viele Verlagsnamen las ich seinerzeit zum ersten Mal und ein großer Teil von ihnen existiert heute schon nicht mehr.

Ich gab Annoncen auf und bat um Buchspenden für die Bibliothek, mit großem Erfolg und interessanten deutschlandweiten Kontakten zu den unterschiedlichsten Menschen.

 

Ich liebe gedruckte Bücher nicht nur wegen ihres Inhalts, ich mag, wie sie sich anfühlen, wie sie riechen, die Schriftart oder wie das Cover gestaltet ist. Jedes Buch hat sein eigenes Gesicht.
Ich kann und will mir nicht vorstellen, wie ich mich eines Tages mit einem E-Book in den Sessel zum Lesen kuscheln muss, weil es keine „echten“ Bücher mehr gibt, auch wenn ich durchaus die Vorzüge von elektronischen Büchern zu schätzen weiß.

Ich bin froh, dass es überhaupt Bücher gibt, da man durch sie in andere Welten eintauchen kann, denn wie sang Andre Heller einmal so treffend: „Die wahren Abenteuer sind im Kopf und sind sie nicht im Kopf dann sind sie nirgendwo...“
Enden möchte ich mit den Worten von Christoph Links (Gründer des "Ch. Links Verlags"): "Jedes neue Buch, das aus der Druckerei kommt, ist eine Riesenfreude. Man reißt die Verschweißung auf, klappt es auf, steckt die Nase rein, riecht, streichelt es, fasst es an, fühlt es in der Hand. Dieser haptische Genuss bleibt eine große Freude. Und es ist wie bei jedem neuen Kind, ein nicht enden wollendes Glück."


Wie sah das Arbeitsleben in der Deutschen Demokratischen Republik (1949 bis 1990) aus?
Berufe und Tätigkeiten von A bis Z

http://www.arbeiten-in-der-ddr.de


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