Fredriksson, Marianne "Inge und Mira"


Roman
ISBN: 9783596152360


en ovanlig kvinna vänskap - eine ungewöhnliche Frauenfreundschaft

 

Auf die Autorin Marianne Frederiksson bin ich zufällig gestoßen, als ich mal wieder in der Bücherei nach Schätzen suchte. Ich fand dort das Buch "Eva". Es war so bildreich, gefühlvoll und intensiv geschrieben, dass ich danach zielgerichtet "mehr" von ihr wollte.

So kam es, dass ich mir das Buch "Inge und Mira" kaufte.

Es handelt von 2 Frauen, die in Schweden leben, beide so um die 50 Jahre alt, Mütter und geschieden. Inge, in Schweden geboren, eine ehemalige Lehrerin, jetzt Sachbuchautorin und Mira eine sehr temperamentvolle Einwanderin aus Chile, die zuerst als Küchenhilfe und später als Kindergärtnerin arbeitet.

Ihre Wege kreuzen sich zum ersten Mal in einer Gärtnerei, beim Pflanzenkauf. Sie kommen ins Gespräch miteinander und nach und nach treffen sie sich immer öfter und die Gespräche werden intensiver.


Inge will viel wissen über Mira und die Zeit als sie in Chile lebte. Sie ahnt nicht, welche Auswirkungen ihre Fragen auf Mira haben, deren Gefühlsleben völlig durcheinander gerät, weil sie sich an eine Zeit erinnern muss, die sie lieber verdrängt.

Die Gräueltaten, die sie unter Pinochet erlebt hat, die verlorenen Kinder, eine unmögliche Mutter und nach der Einreise in Schweden auch noch die Trennung von ihrem Mann.
Die Auseinandersetzung mit alledem ist schmerzhaft für sie, aber auch ein Stück heilend.


Und auch Mira stellt Fragen. Inge wird mit Wahrheiten konfrontiert, die ihre Seele belasten.

So widersprüchlich beide auch sind, es entsteht eine enge und tiefe Freundschaft zwischen ihnen und mit der Zeit auch zwischen ihren Familien.

Marianne Fredriksson schafft es nicht nur lebendige Figuren zu erschaffen, die eine, wenn auch zeitweise brutale Geschichte zu erzählen haben. Die unterschiedlichen Figuren erwachen förmlich vor dem inneren Auge zum Leben. Nebenbei erfährt man Eigenheiten und Naturbeschreibungen von Schweden und Chile.


Das Buch erzählt sehr sensibel eine ergreifende und bildhaft geschriebene Geschichte.
Marianne Fredriksson hat mit „Inge und Mira“ einen sehr bewegenden und erschreckenden Roman über Liebe und Freundschaft, Trauer, Gewalt, Missbrauch und Sehnsucht erschaffen, den ich, als ich mich erst einmal auf ihn eingelassen hatte, nicht mehr zur Seite legen konnte.


Ich habe das Taschenbuch für 8,90 Euro in der 4. Auflage von 2002 erworben.
Es ist im Fischer (TB) Verlag Frankfurt erschienen und umfasst 236 Seiten. Die Originalausgabe ist 1999 unter dem Titel "Flyttfaglar" herausgegeben worden - laut meinem Schwedisch-Wörterbuch bedeutet das soviel wie "Zugvögel".

Zum Schluss noch etwas zum Leben der Autorin:


Marianne Fredriksson wurde 1927 in Göteborg unter dem Namen Marianne Persson geboren. Sie wuchs in einer Arbeiterfamilie auf und besuchte nach der Grundschule eine weiterführende Schule (was in dieser Zeit noch nicht üblich war) in der sie das einzige Mädchen aus einem proletarischen Elternhaus war.

Später begann sie als Korrektorin bei einer Tageszeitung, In dieser Zeit lernte sie auch ihren Mann Sven kennen, der Schiffsingenieur war und den sie auf eine seiner Reisen begleitete. Sie heirateten 1949 in Genua, bevor die Reise weiter nach Südamerika ging.

Marianne und ihr Mann bekamen zwei Töchter. Als diese zwei und sechs Jahre alt waren, im Jahr 1962, zog die Familie nach Stockholm. Dort arbeitete sie als Journalistin und Redakteurin bei verschiedenen Zeitschriften und Zeitungen.

Ihr schriftstellerisches Debüt erfolgte erst sehr spät im Jahre 1980 mit "Eva", insgesamt verfasste sie 14 Romane. Ihre Bücher wurden in 47 Sprachen übersetzt, in 150 Ländern publiziert und weltweit mehr als 17 Millionen Mal verkauft. Mehrere ihrer Werke kreisen um biblische Themen.

Kurz vor ihrem 80. Geburtstag starb Marianne Fredriksson 2007 in Österskär bei Stockholm.